Für sein Video „Linkaufbau lohnt sich 2019 überhaupt nicht mehr“ hat Julian nicht nur Zustimmung, sondern auch Kritik erhalten. In diesem Video geht er nochmal ausführlicher darauf ein, warum sich Linkaufbau 2019 seiner Meinung nach tatsächlich nicht mehr lohnt. Außerdem erklärt er Dir, worauf Du Dich stattdessen konzentrieren solltest.

Das Video „Linkaufbau lohnt sich 2019 überhaupt nicht mehr“, das die Diskussion ausgelöst hat, findest Du hier: https://www.youtube.com/watch?v=qytuWSThNtA&t

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Dein Seokratie-Team

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3 COMMENTS

  1. Bin 100% deiner Meinung – schön klargestellt – wer eure Headline mit dem "lohnt sich nicht mehr" falsch verstehen will, der wird es falsch verstehen.
    Gute Idee auch mit einem Video auf die Kommentare bei so einem kontroversen Thema einzugehen! 👍🏻

  2. Vor ein paar Tagen hat sich wieder eine Mitarbeiterin einer SEO-Agentur bei mir erkundigt, ob die Platzierung eines Sponsored Posts auf meiner Website möglich wäre. Auf der Website der Agentur steht zu Sponsored Posts, dass diese immer gekennzeichnet werden müssten und alle externen Links auf "nofollow" gesetzt werden müssten. In der Anfrage per Mail hat die Mitarbeiterin hingegen geschrieben, dass der Beitrag nicht als Sponsored Post gekennzeichnet werden soll und alle externen Links "follow" sein sollten.

    Dieses Beispiel zeigt wieder die Scheinheiligkeit, mit der viele Agenturen an das Thema herangehen: Nach außen hin tun sie entweder so, als würden sie gar keine Links kaufen, und wenn, dann nur unter Einhaltung aller Google-Richtlinien, d. h. mit einer vollständigen Kennzeichnung eines Sponsored Posts und dem Setzen aller externen Links auf "nofollow". Sobald sie aber Websitebetreiber anschreiben, zeigt sich, dass sie bewusst die Google-Richtlinien missachten und den Linkkauf verschleiern wollen. Ein anderer Suchmaschinenoptimierer hat es mal auf den Punkt gebracht: "Niemand hat die Absicht, Linkbuilding zu betreiben!"

    Ich stimme Dir auch zu, dass das für die betreffenden Mitarbeiter sicher keinen Spaß machen dürfte. Man schreibt einen Haufen von Websitebetreibern an und bekommt kaum Antworten. Es gibt sicherlich einige Mitarbeiter von Agenturen, die ein schlechtes Gewissen haben, weil ihnen bewusst ist, dass ihr Vorgehen die Google-Richtlinien verletzt und sogar strafbar sein kann (Stichwort: Schleichwerbung).

    Trotzdem wird immer noch Linkkauf betrieben, wenn auch weniger als früher. Um den Umfang zu illustrieren: Ich habe als Seitenbetreiber alleine in der letzten Woche 5 E-Mails mit Anfragen zum Linkkauf erhalten. Manche davon wollten Sitewide-Links kaufen, die meisten aber Content-Links ohne Kennzeichnung als Werbung. Die spannende Frage ist also auch, warum immer noch so viel Linkkauf praktiziert wird. Sicherlich auch deswegen, weil es sich zumindest kurz- bis mittelfristig noch lohnen kann.

    John Mueller wurde mal gefragt, was der wichtigste Rankingfaktor sei. Seine Antwort: "Awesomeness" Und genau damit tun sich viele noch sehr schwer. Auch wenn Linkkauf sehr mühsam geworden ist und das direkte Anschreiben von Webmastern sehr frustrierend ist, scheint diese Option für viele noch lukrativer zu sein, als sich ernsthaft mit der Frage auseinanderzusetzen, wie man tollen Content für die User verfassen kann.

    Und auch das Risiko zukünftiger Abstrafungen schreckt anscheinend nicht genug ab, als dass die Betreffenden die Finger vom Linkkauf lassen würden. Viele haben dabei sicherlich den Fall "Interflora" im Hinterkopf, bei dem es zu einem radikalen Absturz der Sichtbarkeit auf knapp über 0 kam:
    https://abload.de/img/sichtbarkeitsindex_in62jae.png

    Sieht man sich für den fraglichen Zeitraum die Ranking-Veränderungen an, erkennt man, wie heftig der Absturz bei konkreten Keywords war:
    https://abload.de/img/ranking_veraenderungem1jm4.png

    Die Website hat haufenweise Top-10-Rankings, darunter auch eine Menge Nummer-1-Platzierungen, verloren und wurde um mehrere Suchergebnisseiten nach hinten gestuft, und das bei Begriffen mit einem Suchvolumen von 20.000-100.000, teilweise sogar von über 250.000. Unter den verlorenen Rankings befanden sich beispielsweise mit "Flowers" und "Roses" Keywords, bei denen massenhaft Linkkauf betrieben wurde. Ebenfalls bemerkenswert: Selbst zum Brandkeyword "Interflora" wurde die Website auf die dritte Suchergebnisseite verbannt.

    Wie der vorherige Sichtbarkeitsverlauf allerdings auch zeigt, konnte der Rankingabsturz schnell wieder wettgemacht werden. Einerseits kann man das verstehen, dass eine Erholung möglich sein muss, wenn gekaufte Links entfernt bzw. disavowed werden. Andererseits kann das aber auch ein falsches Signal dafür sein, dass man dank Linkkauf jahrelang unverdient Traffic auf die eigene Website lenken kann, und wenn es dann entdeckt wird, sich der Schaden in Grenzen hält bzw. nur kurzfristig besteht.

    Es gibt aber auch Websites, die sich nicht wie Interflora so gut erholen konnten, sondern ihre Sichtbarkeit dauerhaft verloren haben. Hier ein Beispiel einer Versandapotheke:
    https://abload.de/img/sichtbarkeitsindex_pezbk3r.png

    Das Diagramm zeigt, dass die Website zu ihrer besten Zeit einen SI von über 15 hatte, was sogar noch mehr ist als bei Interflora damals. Zudem sieht man, dass es Jahre gedauert hat, bis die Sichtbarkeit angefangen hat, sich zu erholen. Und selbst jetzt ist der SI mit 1,5 noch weit von den damaligen 15 Punkten entfernt.

    Ebenfalls interessant ist, dass der Rankingabsturz mit dem Payday Loan Update 2.0 korreliert. Bei diesem Update ging es gezielt um Suchanfragen, die stark von Spam betroffen sind, wie aus den Bereichen Kredit, Casinos, Arzneimittel etc. Sieht man sich jetzt an, bei welchen Keywords die Website die größten Verluste hinnehmen musste, erkennt man einen Zusammenhang zum Payday-Update:
    https://abload.de/img/ranking_veraenderungehejs3.png

    Die Versandapotheke ist noch härter getroffen worden als Interflora. Für Keywords, für die sie vorher noch in den Top 10 oder gar auf Position 1 und 2 rankte, ist sie komplett aus den Top 100 geflogen. Bei den Keywords handelt es sich um Marken- bzw. Produktnamen oder Gattungsbegriffe aus dem Arzneimittelbereich, was genau die Keywords sind, um die es beim Payday-Update unter anderem ging.

    Nachdem alle Linktexte der Website klassifiziert wurden und ein Link-Detox-Report erstellt wurde, ergab sich ein extrem hohes DTOXRISK:
    https://abload.de/img/dtoxrisk_arzneimittelstkfc.png

    Insgesamt handelte es sich bei knapp 40 % der Linktexte um Money-Keywords:
    https://abload.de/img/keyword_typen_arzneimokjcr.png

    Eines dieser Money-Keywords ist das Arzneimittel "Benefiber". Die Website wird mit diesem Linktext von einem Blog verlinkt, der auf der kostenlosen Plattform Blogspot eingerichtet wurde. LRT ermittelt für diesen Link ein überdurchschnittliches DTOXRISK, wobei gleich 6 verschiedene Detox-Regeln auf den Link zutreffen. Dazu zählen neben TOX1 (Linkquelle ist nicht bei Google indexiert), SUSP1 (Linkquelle hat praktisch keine Backlinks), SUSP22 (Mögliches Linknetzwerk) auch SUSP31 (Platzierung des Linktextes sieht verdächtig aus).

    Sieht man sich den Blogbeitrag an, wird auch offensichlich, warum LRT die Platzierung des Links als verdächtig einstuft:
    https://abload.de/img/verdaechtige_linktexthokv7.png

    Innerhalb des gerade mal 242 Wörter langen Blogbeitrags wird das Money-Keyword gleich sechsmal verlinkt, natürlich in allen Fällen als Follow-Link. Unter dem Beitrag kommt dann noch ein Kaufaufruf: "Hier können Sie Benefiber kaufen" mit dem siebten Link. Der Blog hat kein Impressum, als Autorenname des Blogbeitrags wurde allerdings der Brandname des Shops verwendet, sodass klar ist, wer sich hier von dem kostenlosen Blog aus zusätzliche Backlinks verschaffen wollte.

    Ein weiteres Beispiel ist das Keyword "emser nasendusche", wo der Shop insgesamt 112 Backlinks von 26 verschiedenen Domains erhalten hat. Hier wird es besonders merkwürdig: Diese 26 Domains sind ebenfalls Versandapotheken und damit direkte Konkurrenten. Die Impressumsangaben und die individuelle Gestaltung der Websites legen nahe, dass es sich um eigenständige Unternehmen handelt, die nicht zur hier untersuchten Versandapotheke gehören. Auch hier weist LRT auf eine verdächtige Platzierung des Linktexts hin. Sieht man sich eine der Verlinkungen an, erkennt man auch weshalb:
    https://abload.de/img/verdaechtige_linktext03kw2.png

    In der Produktbeschreibung auf der Produktseite der jeweiligen Shops wird per Follow-Link auf zwei verschiedene Produktseiten des Konkurrenten verlinkt. Die Produktbeschreibung inklusive Links ist bei allen 26 Linkquellen identisch. Dass Online-Shops die Produktbeschreibung des Herstellers kopieren, kommt ja leider recht oft vor, auch wenn das im Sinne von Duplicate Content natürlich keine gute Idee ist. Wenn in dieser Produktbeschreibung dann zweimal auf die offizielle Website des Herstellers, d. h. in diesem Falle emser.de, verlinkt würde, wäre das auch noch nicht so merkwürdig.

    Wenn allerdings von der eigenen Produktdetailseite per Money-Keyword auf die Produktdetailseite eines Konkurrenten verlinkt wird, ist das absolut nicht nachvollziehbar, da der verlinkende Shop ja damit das Risiko eingeht, dass die Nutzer auf den Link klicken und im Shop des Konkurrenten anstatt im eigenen Shop einkaufen. Da ein solcher Link unter logischen Gesichtspunkten keinen Sinn macht, ist das massenhafte Vorhandensein solcher Links also sehr verdächtig.

    Wenn man so viele merkwürdige Backlinks und insgesamt 40 % Money-Keywords in seinem Backlinkprofil hat, ist es nicht verwunderlich, dass das auch Google aufgefallen ist und sie die Seite deshalb abgestraft haben.

    Fazit:
    Linkaufbau kann kurz- bis mittelfristig durchaus funktionieren, auf Dauer begibt man sich aber auf dünnes Eis, da es jederzeit sein kann, dass Google den Verstoß gegen die Richtlinien erkennt und sanktioniert. Außerdem kann es sein, dass Google die eigene Website bereits auf dem Radar hat und nur deshalb noch nichts unternommen hat, weil ein gewisser Schwellenwert noch nicht überschritten wurde. Treibt man es aber immer weiter, weil man denkt, Google lasse einen gewähren, dann gibt es irgendwann den einen Link zu viel, der das Fass zum Überlaufen bringt und Google zum Handeln zwingt.

    Das Beispiel mit der Versandapotheke hat zudem gezeigt, dass eine Abstrafung nicht immer so schnell wettgemacht werden kann wie bei Interflora. Im schlechtesten Fall kann es Jahre dauern, bis sich eine Website erholt. Ihre alte Sichtbarkeit erreicht sie aber oft bei Weitem nicht mehr. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn sich in Zukunft noch mehr SEO-Agenturen vom Linkaufbau verabschieden und auf modernere Methoden wie Content-Marketing setzen würden.

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